PODIUMDISKUSSIONEN

PODIUM I - Samstag 12.09 (10:00-11:00) - Lorzensaal, Cham

  • Festival for young audience-  necessity or waist of money ?  Does young audience need a dance festival ?

Teilnehmer: Andrea Boll I Peter Manscher I Ben Fletcher-Watson I Erik Kael I Jaqueline Falk, Kulturbeauftragte Stadt ZugI Beat Krebs schule&kultur Volksamt Kt. Zürich, Tanz und Theater Vermittlung

 

PODIUM II - Sonntag 13.09 (10:00-11:00) - Gewürzmühle, Zug

  • Why Dance - What purpose dance can serve for children and young people?  Cultural, educational, pedagogical and social view. Does young audience even need to experience quality of dance?

Teilnehmer: Andrea Boll I Peter Manscher I Ben Fletcher-Watson I Erik Kael I Jaqueline Falk, Kulturbeauftragte Stadt Zug I Beat Krebs schule&kultur Volksamt Kt. Zürich, Tanz und Theater Vermittlung

 

VORTRAGSTHEMEN

SAMSTAG - 12.09.2015 (11:30-13:00) - Lorzensaal, Cham

PETER MANSCHER - Programmierer und Koordinator, ASSITEJ, Dänemark

"THEATER FÜR KINDER UND JUGEDLICHE SIND EINE ESSENTIELLE KUNSTFORM - EHER ALS AUSBILDUNG UND ERZIEHUNG ZU VERSTEHEN"

    Eine gut inszenierte Theatererfahrung ermöglicht dem Zuschauer eine neue Sichtweise und Reflektion und schult weiterentwickelnd den Blick auf die allgemeine Umwelt. Speziell für Kinder und Jugendliche haben Theater fast zwangsläufig eine pädagogische wie bildende Aufgabe
    Theater für Kinder kann bildend sein, im Sinne einer Horizonterweiterung. Sie entwickeln die Vorstellungskraft und unterstützen die Kinder in der Findung von wichtigen Fragestellungen und erhalten für alle Aspekte des Lebens Lösungsansätze. Die Kinder sind die Zukunft eines jeden Landes, je besser wir ihnen einen Nährboden schaffen, desto stärker werden wir letztlich
    Qualitativ gute Theatererfahrungen sollten einen natürlichen Bestandteil dieser Entwicklung ausmachen
Was können wir Erwachsene und Fachleute unternehmen, damit Theater ein integrierter Bestandteil des wachsenden Prozesses unserer Kinder einnimmt? In Dänemark entwickelte man über die letzten dreissig bis vierzig Jahre einige Ansätze für Kinder und Jugendtheater, bekannt unter dem Namen „eye-level theatre“. Das folgende Angebot auf ASSITEJ Denmark`s Webseite beschreibt die Arbeit eines Theatermitglieds von Teater 2000, welche sehr präzise die Doppeldeutung des Konzeptes „eye-level“ summiert:
Zitat:  „Wir glauben, dass Kinder die Berechtigung haben, Theater in höchster Qualität zu erleben. Sie haben gleichermassen wie Erwachsene das Bedürfnis, uns ihre Gedanken mitzuteilen; ob über Leben oder Tod. Dass ihnen gesunde Geschichten mitgegeben werden, die sie verstehen - nicht bloss einfältige Kost. Dass sie unterhalten und überrascht sowie von den Bühnendarstellern in den Bann gezogen werden und im Einklang mit ihnen gemeinsam Lachen und Weinen.“

 

BEN FLETCHER-WATSON - Forscher am Royal Conservatoire of Scotland

  • TANZ FÜR DIE GANZ JUNGEN: NEUE WEGE
Als Reaktion auf die Wahrnehmung von Kleinkindern tauchte in den 70er Jahren erstmals Tanz und Theater für die ganz jungen Kinder auf, die bisher gänzlich von der Kultur ausgeschlossen wurden. Die Formulierung des Übereinkommens der Vereinten Nationen über die Rechte von Kindern (1989) gewährt explizit, das Recht frei und vollständig am kulturellen Leben teilnehmen zu können. Diese Niederschrift gilt für die Kunstorganisationen auf der ganzen Welt als eine Inspiration für die jüngsten Zuschauer, Tanz, Oper, Theater und Musik zu ermöglichen und zu erschaffen. Dies bildet heute ein eigenständiges Genre, definiert durch radikale, avantgardistische Formen.    

 

 

SONNTAG - 13.09.2015 (11:30-12:30) - Gewürzmühle, Zug

 

ANDREA BOLL - Choreografin, Tänzerin und Dozentin

  • KÜNSTLERISCHE INTEGRITÄT BEIM CHOREOGRAFIEREN FÜR EIN JUNGES PUBLIKUM

In meiner Arbeit als Choreografin setzte ich mich mit verschiedenen Themen und Ästhetiken auseinander wobei immer ein intensives physisches Statement betreffend der «condition humaine» und der Bewegung und ihrer Organisation nach kohärenten Konzepten und Raummustern, im Mittelpunkt steht. Im Bezug auf ein junges Publikum ist es mir wichtig, die jungen Menschen als Autoren ihrer Erlebniswelt wahrzunehmen und durch Erfahrung von Choreografie und Körperarbeit, körperliche und geistige Bewusstseinserweiterung zu stimulieren.

 

BEN FLETCHER-WATSON

  • TANZ FÜR DIE GANZ JUNGEN: NEUE WEGE
Als Reaktion auf die Wahrnehmung von Kleinkindern tauchte in den 70er Jahren erstmals Tanz und Theater für die ganz jungen Kinder auf, die bisher gänzlich von der Kultur ausgeschlossen wurden. Die Formulierung des Übereinkommens der Vereinten Nationen über die Rechte von Kindern (1989) gewährt explizit, das Recht frei und vollständig am kulturellen Leben teilnehmen zu können. Diese Niederschrift gilt für die Kunstorganisationen auf der ganzen Welt als eine Inspiration für die jüngsten Zuschauer, Tanz, Oper, Theater und Musik zu ermöglichen und zu erschaffen. Dies bildet heute ein eigenständiges Genre, definiert durch radikale, avantgardistische Formen. 
 

ÜBER CHOREOGRAPHEN und GUEST SPEAKERS

 

Photo Credit: Peter Hellberg

Erik Kaiel - Netherlands

Erik Kaiel arbeitet schon seit vielen Jahren mit Tanz. In U-Bahnstationen, Skulpturengärten, leeren Schwimmbecken, auf Straßen und gelegentlich auch auf der Bühne. Nach zehn Jahren in New York City ließ er sich 2003 in den Niederlanden nieder. Er performt, choreographiert und lehrt in den Niederlanden, in Europa und weltweit.
In den letzten Jahren lehrte und produzierte er Vorstellungen im öffentlichen Raum mit ortsansässigen Tänzern in Benin, im Senegal, sowie in Utrecht und Den Haag. Er ist künstlerischer Leiter von Crosstown Den Haag, choreographisches Mitglied des Danslab und gehört der Fakultät der Artez Dance Academy in Arnheim an. 2010 wurde er als bester niederländischer Nachwuchschoreograph ausgezeichnet und gewann den deutschen No Ballet-Wettbewerb. „Tetris”, eine Produktion für ein junges Publikum, ist momentan international auf Tournee.
Aktuelle Projekte beinhalten eine Co-Produktion mit Tanzhuis NRW/Het Lab (Premiere im Herbst 2012), eine neue grenzüberschreitende Zusammenarbeit mit niederländischen und belgischen Jugendlichen, sowie eine Serie von Performances im öffentlichen Raum in Kairo, Dänemark und Schweden.

Erik Kaiel has been making dances for many years. In subway stations, sculpture gardens, empty swimming pools, city streets, and occasionally on stage. In 2003, after a decade in New York City, he moved to the Netherlands. He performs, choreographs and teaches throughout Netherlands, Europe, and the world.

In the last few years, he taught and built public space performances with local dancers in Benin, Senegal, Utrecht & the Hague. He is the artistic director of Crosstown Den Haag, a choreographic fellow at Danslab, and a faculty member at the Artez Dance Academy in Arnhem.

In 2010 he won the Dutch national prize for choreographic talent, and the No Ballet competition in Germany. ‘Tetris’ , a piece he made for young audiences, is currently touring internationally. Current projects include a co-production with Tanzhuis NRW/Het Lab (premiere fall 2012), a new cross-border collaborative work with Dutch and Belgian youth, & a series of public space performances in Cairo, Denmark and Sweden.

“We are the opinion Erik Kaiel is the most promising choreographer in the field of Youth Dance, not only in the Netherlands, where he lives, but also one of the most interesting in Europe.” Kees Blijleven – artistiek directeur De Krakeling

Herewith I would like to stipulate the importance of Erik Kaiel and his artistic work for a young audience. I strongly believe in Erik as a choreographer for a young audience” Yvonne Birghan-van Kruyssen – Szene Bunte Wahne (Wenen)

“We have been interested in Erik’s work for a number of years now as previous performances have been of great inspiration of Scottish artists making work for and with children and young people. We do not underestimate the importance of this type of work for our sector and for the opportunities this creates for us in our artform development programme” Fiona Ferguson – Imaginate Festival Edingburgh


Photo Credit: Mitya Ku

Andrea Boll

Andrea Boll ist künstlerische Leiterin und Choreografin von bollwerk und international als Gastchoreografin und -dozentin tätig. Als freischaffende Tänzerin tanzte sie für verschiedene Tanzcompagnien und -produktionen in den Niederlanden, Belgien und Frankreich (u.a. mit Cie. Nadine Ganase, Arthur Rosenfeld, Ted Stoffer, Ives Thuwis). Zwischen 1996 und 2008 war sie künstlerische Leiterin, Choreografin und Tänzerin des Hans Hof Ensemble mit Sitz in Amsterdam. Mit HHE schuf sie zahlreiche, international erfolgreiche Stücke und wurde mit mehreren Preisen ausgezeichnet. Von 2011 bis 2014 leitete sie das Tanzhaus Zürich. Andrea produziert mit bollwerk seit 2008 in Amsterdam und seit 2014 in der Schweiz.

Photo Credit: dimnikolov

Ben Fletcher-Watson

Ben Fletcher-Watson holds a PhD in drama from the Royal Conservatoire of Scotland and the University of St Andrews. His research examines contemporary Scottish practice in theatre for early years. He has published articles in journals including Youth Theatre Journal and Research in Drama Education. He serves on the Executive of the Theatre and Performance Research Association (TaPRA) and is an ASSITEJ Next Generation Artist. His first book, Visual Theatre for Children, is being published in 2016.
Dance and theatre for the very young emerged in the 1970s in response to perceptions of babies as excluded from culture. The formulation of the United Nations Convention on the Rights of the Child (1989) which explicitly grants the right to participate freely and fully in cultural life, acted as an inspiration to arts organisations around the world to create dance, opera, theatre and music for the youngest audiences, forming a distinct genre now defined by radical and avant-garde forms. This lecture explores the history of dance for the very young, and points towards new possibilities in choreographic practice.

Ben Flechter-Watson trägt vom Royal Conservatoire Schottland und der Universität St. Andrews einen Doktortitel in Drama (Schauspiel). Seine Forschungen untersuchen die zeitgenössische, schottische Umsetzung und Realisation, konzentrierend auf die jungen Lebensjahre, in den Theatern. Zudem publizierte er diverse Artikel in Fachzeitschriften einschließlich Jugendtheaterzeitschriften und betreibt Forschungen für Schauspielausbildungen. Ben ist ebenso ein Mitglied des leitenden Ausschusses der Gesellschaft für Theater- und Vorstellungsforschung (TaPRA) und Künstler der nächsten Generation von ASSITEJ. Darüber hinaus wurde 2006 sein erstes Buch „Visuelles Theater für Kinder“ herausgegeben.   

Lesung: Tanz für die ganz Jungen: neue Wege

Als Reaktion auf die Wahrnehmung von Kleinkindern tauchte in den 70er Jahren erstmals Tanz und Theater für die ganz Jungen auf, welche bis heute gänzlich von der Kultur ausgeschlossen werden. Die Formulierung des Übereinkommens der Vereinten Nationen über die Rechte von Kindern (1989) gewährt explizit, das Recht frei und vollständig am kulturellen Leben teilnehmen zu können. Diese Niederschrift gilt  für die Kunstorganisationen auf der ganzen Welt als eine Inspiration, um den jüngsten Zuschauern Tanz, Oper, Theater und Musik zu ermöglichen und zu erschaffen. Dies bildet ein eigenständiges Genre, definiert durch radikale, avantgardistische Formen.     

Diese Lesung erforscht die Tanzgeschichte für die ganz Jungen und deutet auf neue Möglichkeiten in der choreographischen Umsetzung hin.


Peter Manscher

Peter Manscher geb. 1948, hat über 20 Jahre mit der Unternehmung ASSITEJ Denmark zusammen gearbeitet, zuletzt in der Funktion des Generalsekretärs. Als Botschafter widmete Peter seine ganzeBegeisterung dem jungen Publikum der dänischen Performing  Arts. Während seiner Amtszeit besuchte er über 40 Länder und nahm an internationalen Konferenzen und Festivals teil, die er mitorganisierte sowie koordinierte. In diesem Rahmen hielt er zusätzlich professionelle Meetings und Veranstaltungen ab.Im Juli 2013 verabschiedete er sich von ASSITEJ Denmark, hielt jedoch seine Arbeit am Theater CenterKopenhagen weiterhin bei. Hauptsächlich arbeitete er  für das April Festival, welches dem Theater für junges Publikum gewidmet wurde. Das April Festival ist ein internationales Festival und in der ganzen Welt das grösste seiner Art. Über 100 Theatervertretungen, 150 verschiedenen Produktionen und mehr als 500Vorstellungen werden innerhalb des Festivals repräsentiert und vorgestellt.Für dieses aussergewöhnliche.Festival übernimmt Peter die gesamte Verantwortung der Koordination sowie Programmierung derinternationalen Gäste und Vorstellungen.In den letzten 35 Jahren hat sich Peter Manscher stark für die Entwicklung des Kulturbereichs von Kindern eingesetzt und sich intensiv damit befasst. Dies nicht allein in Dänemark, sondern in den vergangenen 20. Jahren auch auf der ganzen Welt.

Peter Manscher has been associated with ASSITEJ Denmark for more than 20 years, last as Secretary General. He has been programmer and co-ordinator of international guests and performances at the Danish Children’s Theatre Festival. Peter has been known as Danish children's theater dedicated ambassador in abroad. In that role, he has visited over 40 countries, co-organized, coordinated  and participated in international conferences, festivals, and held professional meetings. During last 35 years Peter Manscher has spend developing children cultural field not only in Denmark but all over the world.
 

Beat Krebs

Beat Krebs arbeitet seit 2007 beim Sektor schule&kultur im Volksschulamt Kanton Zürich und ist für die Vermittlung von Theater und Tanz verantwortlich. Schule&kultur vermittelt Künste aller Sparten an Schulklassen, vom Kindergarten über die Primar- und Oberstufe bis zu den Mittel- undBerufsschulen. Die Mitarbeitenden von schule&kultur prüfen kulturelle Angebote und wählen Theater- und Tanzaufführungen, Konzerte, Filme, Autoren/-innen, Ausstellungen usw. aus. Schule&kultur subventioniert das Angebot und kommuniziert es an die Lehrpersonen. Der Sektor organisiert zudem das Festival Blickfelder – Künste für ein junges Publikum und entwickelt eigene Produktionen (www.schuleundkultur.zh.ch, www.blickfelder.ch).